20. Dichtungskolloquium in Steinfurt: Branche trifft Forschung und Entwicklung

Bei dem vom Vulkan Verlag und der FH Münster nun zum 20. Mal durchgeführten Dichtungskolloquium am 20. und 12. September in Steinfurt trafen sich über 70 Experten zum gemeinsamen Austausch. Im Mittelpunkt standen dabei scheinbar unwichtige Bauteile in Industrieanlagen, die aber - bei Ausfällen oder Schäden - ganze Betriebe still legen können: Dichtungen.

Die Veranstalter Prof. Dr. Alexander Riedl vom Forschungsbereich Dichtungstechnik der FH Münster sowie Helga Pelzer, Wolfgang Mönning und Simon Meyer vom Vulkan-Verlag (v.l.) waren mit dem Verlauf des Jubiläums-Dichtungskolloquiums zufrieden. (Foto: FH Münster/Pressestelle)

Auf dem zweitägigen Kongress informierten sich die Teilnehmer aus sechs Ländern über neueste Forschungsergebnisse und aktuelle Entwicklungen aus der Dichtungstechnik. Veranstalter war der Forschungsbereich Dichtungstechnik des Fachbereichs Physikalische Technik in Kooperation mit dem Vulkan-Verlag. Zu den Besuchern gehörten Forscher sowie Hersteller und Anwender von Dichtungen.

Britta Wittmann (r.) von der Frenzelit GmbH war mit ihrer Kollegin Ilona Wohner (l.) nach Steinfurt gekommen. (Foto: FH Münster/Pressestelle)

„Ich komme immer wieder gern, um Kollegen zu treffen und mir einen Gesamtüberblick über die aktuellen Marktentwicklungen zu verschaffen“, sagt Gabriella Mokos von der W. L. Gore Associates GmbH. Auch Britta Wittmann von der Frenzelit GmbH war „schon des öfteren“ beim Dichtungskolloquium in Steinfurt: „Man muss sich über Neuigkeiten informieren und wissen, was sich bei den Normungen tut“, so ihre Überzeugung. 

Anne Christine Bern von der Siemens AG stellte die wesentlichen Änderungen der TA Luft 2017 vor. (Foto: FH Münster/Pressestelle)

Im ersten Fachvortrag fasste Anne Christine Bern von der Siemens AG die wesentlichen Änderungen der neuen Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) zusammen. Wie sich die Dichtungen und Flanschverbindungen im Hinblick auf diese novellierte Verordnung zukünftig am einfachsten testen lassen, stellte Michael Reppien von der GAIST GmbH anhand erster Ergebnisse eines Bauteilversuches vor.

Am ersten Tag gab es damit insgesamt neun Fachvorträge, die allesamt interessiert aufgenommen wurde. Diskussionen oder Fragen, die sich aus den Vorträgen ergaben, konnten in den Pausen vor dem Hintergrund einer kleinen Produktausstellung besprochen werden. Die traditionelle Abendveranstaltung am Mittwochabend nutzen die Teilnehmer für intensive Gespräche über Tendenzen und Trends in der Dichtungstechnik. 

Alexander Korves, Geschäftsführer der GAIST GmbH, (r.) demonstrierte den Tagungsbesuchern Thomas Schmitz (l.) und Sascha Butter (M.) von der Garlock GmbH eine Versuchsanordnung zur Umsetzung von Testungen gemäß der TA Luft 2017. (Foto: FH Münster/Pressestelle)

Tag Zwei wartetet mit weiteren acht Vorträgen auf. Die Vortragsthemen waren unter anderem der Vergleich von PTFE-Lippendichtungen mit Gleitringdichtungen und die Frage der Hygiene bei der Auswahl von Flachdichtungen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie.

Der Vortrag von Philipp Lambertz (FH Münster) über die Lebensdauervorhersage für Dichtungen aus PTFE, Faser und Grafit gab spannende Einblicke in die praktische Forschungsarbeit, die sich für die Anwender bzw. Betreiber von Anlagen in barer Münze auszahlen können, etwa wenn es um geplante Instandhaltung oder andere Maintenance-Konzepte geht.

Das XX. Dichtungskolloquium war ein voller Erfolg, auch in Sachen Besucherzahlen konnte wieder zugelegt werden, sodass man für 2019 schon in freudiger Erwartung sein kann.

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