12. Forum Industriearmaturen: Markt der Möglichkeiten

Am Mittwoch, 27. September 2017, informierte das 12. „Forum Industriearmaturen“ im Atlantic Congress Hotel in Essen seine rund siebzig Teilnehmer über Tendenzen und neue Entwicklungen (z. B. additive Fertigung und CFD-Simulation) im Armaturensektor.

„Ist die Armaturenbranche fit für den Export?“ Diese plakative Frage stellte Dr. Dirk Kölbl, CIS GmbH Consulting Inspection Services, TÜV Thüringen Group den Teilnehmern des Forums Industriearmaturen und gab auch gleich die Antwort. So seien die Armaturen sicherlich fit, sonst würde die Nachfrage nicht stetig steigen. Allerdings müssten auch die geltenden Gesetze, Vorschriften und die vom Kunden spezifizierten Normen eingehalten werden, um erfolgreich in die betreffenden Märkte zu liefern. Für die Märkte USA, Kanada und die eurasische Wirtschaftsunion stellte Kölbl die geltenden Vorschriften für Armaturen vor, ergänzt mit einem Blick auf die branchenspezifischen API- und BPE-Zulassungen.

Lothar Grutesen

Großes Interesse erhielt der Vortrag von Lothar Grutesen, Arca Regler, zum Thema „additive Fertigung“, die auch im Armaturenbereich einen Gedanken wert ist. Insbesondere die Herstellung von Innenkonturen mit fast beliebiger Formgebung und die Fertigung ermöglichen schon heute individuelle Lösungen für Anwendungsfälle, bei denen konventionelle Konstruktionen an ihre Grenzen stoßen. Das vorgestellte, additiv gefertigte Drosselpaket ging während der Ausstellung durch viele interessierte Hände. Als wesentlichen Nachteil dieser Fertigungsmethode nannte Grutesen die noch hohen spezifischen Kosten, die wirtschaftliche Lösungen auf relativ kleine Bauteile begrenzen.

Eine vergleichende Betrachtung der Gesamt- und Energiekosten von pneumatischen und elektrischen Antrieben stellte Christoph Edelmann von AUMA an. Grundlage dieser detaillierten Untersuchung ist eine Masterthesis aus dem Hause AUMA. Industrie 4.0 und weitgehende Automatisierungskonzepte wurden als Tendenzen genannt, die sich vor allem im Hinblick auf die elektrischen Antriebe positiv auswirken können.

Einen kleinen Ausflug in die Welt der Dichtungstechnik unternahm Jörg Skoda von der IDT Dichtungstechnik. Skoda stellte die grundsätzlichen Probleme in der Zusammenarbeit der beiden Branchen vor. Ein interessanter Teil des Vortrags waren die Überlegungen zu wirtschaftlichen Vor- bzw. Nachteilen von aufgearbeiteten Armaturen oder dem Neukauf samt Dichtungen.

Roberto Ariza, Rotork (l.) und Klaus Scholl, bar GmbH (r.)

Nach der Mittagpause starteten Roberto Ariza und Marc Zimmermann, beide rotork Deutschland, den zweiten großen Block des Forums. In ihrem Vortrag stellten sie eine Möglichkeit der drahtlosen Überwachung von Armaturenzuständen vor. Dazu wurde sowohl das Wireless System samt seiner Komponenten, Funktionsweise und Möglichkeiten erläutert, als auch auf die Herausforderungen der Prozessindustrie eingegangen.

Eine weitere Möglichkeit der bequemen Steuerung von Armaturen und Anlagen per Bluetooth stellte Klaus Scholl, bar GmbH, vor. Die eigens dafür programmierte App eignet sich zum Betrieb von industriellen Anlagen mit Stellgeräten. Ein besonderer Vorzug dieser Methode ist die bequeme Steuerung auch von schwer zugänglichen Geräten. Zudem muss keine zusätzliche Infrastruktur, wie etwa ein Netzwerk aufgebaut werden.

Marc Vidal, CADFEM GmbH (l.) und Jörg Skoda, IDT Dichtungstechnik (r.)

Optimistisch ging es beim Vortrag von Marc Vidal von der CADFEM GmbH zu. Er erläuterte, wie Armaturen durch konstruktionsbegleitende Simulationen frühzeitig akkurat ausgelegt werden können. Dafür stellte Vidal unter anderem das Programm Ansys AIM vor, eine Art Software-Suite, die viele Funktionen der CFD-Simulation abdeckt. Dass durch eine solche virtuelle Auslegung, die zunächst keine Materialkosten verursacht, Kosten eingespart werden können, war zunächst keine Überraschung. Dass dies bis jetzt aber nur wenige Unternehmen der befragten Teilnehmer des Forums nutzen, sorgte für angeregte Diskussionen.

Den Abschluss unserer Veranstaltung bildete der Beitrag von Johannes Junior, Geschäftsführer METRUS GmbH, der sich mit der intelligenten Datenverarbeitung in Prüfständen auseinandersetzte. Junior zeigte auf, wie einfach eine transparente, aber dennoch sichere und korrekte Datenverarbeitung von Prüfungen ablaufen kann.

Hans-Josef Henrichs, ARI-Armaturen (l.) und Dirk Waldow, Geschäftsführer W-Filter (r.)

Bei der Teilnehmerbefragung zum 12. Forum Industriearmaturen beurteilten 97 Prozent der befragten Teilnehmer (knapp 60 Prozent aller Teilnehmer) den Gesamteindruck und den Informationsgehalt der Veranstaltung mit „sehr gut“ oder „gut“ an. 90 Prozent der Befragten können die Inhalte für ihre berufliche Praxis umsetzen. Zwischen den Vorträgen gab es lebhafte Gespräche auch im Rahmen der kleinen Industrieausstellung mit folgenden Unternehmen: ARCA Regler, AUMA Riester, bar, Emerson Process, CADFEM, Schiebel, Rotork (Deutschland) und W-Filter.

 

 

Stefan Dick

Das 12. Forum Industriearmaturen wurde erstmalig moderiert von Stefan Dick, Emerson Process und Vereidigter Sachverständiger für Kugelhähne und Armaturenantriebe. Mit einem guten Tempo und einer souveränen Gesprächsführung zwischen den Vorträgen, sorgte er für eine gute und konstruktive Atmosphäre auf dem 12. Forum Industriearmaturen in Essen.

Das 13. Forum Industriearmaturen findet am 22. Mai 2019 in Bochum, RuhrCongress, statt.

Das starke Messejahr 2018 wird also im Frühjahr 2019 in Bochum seinen Abschluss auf dem 13. Forum Industriearmaturen finden.

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