Arbeitsplatz mit CO2-Hochdruckautoklav mit Druck- und Temperaturfühler zur kontinuierlichen Aufzeichnung dieser Parameter. Der Autoklav befindet sich ein einem geregelten Heizblock

Erweiterte Prüfmöglichkeiten für O-Ringe: CO2-Einlagerung bei erhöhten Temperaturen

Die Auswirkungen von Kohlenstoffdioxid auf elastomere Dichtungen und andere Materialien im Kältekreis interessieren immer mehr Hersteller und Anwender von Klimatechnik. Ab sofort bietet das O-Ring Prüflabor Richter auch Einlagerungen in Kohlenstoffdioxid bei erhöhten Temperaturen an. Möglich sind Prüftemperaturen bis 180 °C und Drücke bis 200 bar.

Es gibt einen deutlich erkennbaren Trend hin zu CO2 (R744) als Kältemittel. Dies ist jedoch technisch sehr herausfordernd, da hohe Systemdrücke und spezielle Dichtelemente in den Kälteanlagen benötigt werden. Der Funktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit von Dichtungen kommt hier eine besondere Bedeutung zu.
Bereits seit dem Jahr 2001 werden in Großbottwar CO2-Einlagerungen bei Raumtemperatur und Drücken kleiner 50 bar durchgeführt. Die Füllmenge wurde über das Gewicht definiert. Da in den selbst entwickelten Druckbehältern eine Gas- und Flüssigphase vorhanden ist, kann durch unterschiedliche Position der Probekörper in einer der jeweiligen Phasen geprüft werden.
Ebenso werden Lagerungen in CO2-Öl-Gemischen nach Kundenspezifikationen meist im Verhältnis 1:1 durchgeführt.
Die Probekörper werden gemäß DIN ISO 1817 eingelagert, hinzu kommen spezielle interne Prüfanweisungen. In diese ist auch die Erfahrung vieler Jahre eingeflossen, um die tatsächlichen Auswirkungen des Kohlenstoffdioxids auf die Dichtung zu ermitteln und nicht Schadensbilder, wie z. B. die explosive Dekompression zu erzeugen, die bei zu schneller Entspannung des Gases nach der Prüfung entstehen können. Nach Einlagerung werden die Probekörper weiteren Prüfungen, wie Härte, Dichte, Zugversuch u. a. unterzogen, für die das O-Ring Prüflabor Richter akkreditiert ist. Eine einheitliche Prüfanweisung ist unter den mit CO2 (R744) arbeitenden Laboren in Arbeit.
Im Herbst 2016 wurden fünf Hochdruckautoklaven beschafft, die nun den Kunden für verschiedene Elastomerprüfungen in CO2 zur Verfügung stehen. Einer der Autoklaven ist mit einem Druck- und Temperaturfühler ausgestattet, so dass mit ihm als Referenz in bestimmten Fällen der Prüfablauf zusätzlich abgesichert werden kann.

Weitere Artikel zu:
Verwandte Themen
Neuer Prüfstand für Absperrklappen weiter
Kompakter Sensor für die Ventilstellungsrückmeldung auf kleinen Schwenkantrieben und... weiter
Neue Version CONVAL® 10 ist verfügbar weiter
Neue Schmutzfänger aus Kunststoff weiter
Technik-Jahrbuch Industriearmaturen, Dichtungen 2016 erschienen weiter
Armaturen-Wartung papierlos weiter