Dichtungen gegen Korrosion und Bakterien in der Lebensmittelindustrie

In den Produktionsanlagen der Lebensmittelindustrie kommen je nach Anlagengröße mehrere hundert Schraubverbindungen zum Einsatz, die potenzieller Angriffspunkt für Verunreinigungen und Bakterien sein können.

Denn zwischen Schraubkopf und Unterlegscheibe sowie zwischen Gehäuse und Unterlegscheibe können sich Toträume bilden, in denen sich Mikroorganismen festsetzen. Haben sich einmal dort Bakterien und Keime angesiedelt, dann können sie von außen nicht mehr aus dem Spalt entfernt werden. Um das zu verhindern, hat Freudenberg die Unterlegscheibe „Hygienic Usit“ entwickelt. Sie verfügt über einen Elastomerwulst aus dem Hochleistungswerkstoff „70 EPDM 291“ und ermöglicht dadurch eine totraumfreie, statische Abdichtung, so dass sich zwischen Schraubkopf und Kontaktfläche keine Mikrofilme bilden können.
In Bereichen mit direktem Produktkontakt, etwa bei Verschraubungen von Rührwerksflügeln, werden die Dichtungen in Kombination mit polierten Spezialschrauben verwendet, was die Reinigung deutlich erleichtert. Es gibt aber auch Bereiche, in denen die Hygienic Usit-Dichtungen bereits mit weitaus kostengünstigeren, polierten Standardschrauben die Hygieneanforderungen nach gängigen Standards der Lebensmittelindustrie erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel der Spritzbereich von Molkereien; hier verhindert der Hygienic Usit die beschleunigte Korrosion durch den Stoffwechsel von Mikroorganismen unter dem Schraubkopf, etwa bei Maschinenfüßen oder Gestellschrauben. In nicht einsehbaren Bereichen kann schnell voranschreitende Korrosion mit Hilfe der Hygienic Usit-Dichtungen komplett ausgeschlossen werden.
Die besondere Rezeptur des Dichtungswerkstoffes sorgt dafür, dass die Anforderungen der europäischen und US-amerikanischen Lebensmittelindustrie erfüllt werden. Der Werkstoff ist zudem resistent gegenüber den in offenen Prozessen angewendeten Reinigungsverfahren, bei denen die Anlagen komplett von außen gereinigt werden. Dazu gehört unter anderem eine Beständigkeit gegenüber Wasserdampf mit bis zu 180 °C sowie gegenüber zweiprozentiger Salpetersäure und fünfprozentiger Natronlauge bei Temperaturen von bis zu 80 °C.

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