Armaturen für Luftzerlegungsanlagen

Technische Gase wie Stickstoff, Sauerstoff und Argon, werden in großem Stil durch die Verflüssigung der Luft in der sogenannten Tieftemperatur-Rektifikation hergestellt (kryogene Luftzerlegung) Die Luft wird in diesem Verfahren in ihre Bestandteile zerlegt. Im Herzstück einer Luftzerlegungsanlage, der Cold-Box, in der die Rektifikation stattfindet, wird eine Vielzahl von Absperr- und Regelarmaturen eingesetzt.
Klaus Union stellt seit Jahren für diesen Bereich die unterschiedlichsten Absperrventile und Absperrschieber her. Diese, speziell für den tiefkalten Bereich konzipierten Armaturen, sind bis zu einer Nennweite DN 500 und einer Druckstufe PN 250 erhältlich. Für Gehäuse und Gehäuseoberteile kommen Gusswerkstoffe nach AD2000 Merkblatt W10 zum Einsatz. Hier setzt das Unternehmen auf den Werkstoff 1.4308 (GX5CrNi19-10), der in der zur Klaus Union Gruppe gehörenden Gießerei hergestellt wird. Dieser Werkstoff ist einsetzbar für Temperaturen bis -200 °C. Hochdruck-Absperrventile größer PN 160 werden aus Vollmaterial 1.4541 hergestellt. Durch die metallische Sitz/Kegel bzw. bei Absperrschieber Sitz/Keil Abdichtung wird eine wartungsarme und lange Lebensdauer der Armatur erzielt.
Armaturen in der Cold-Box Grundsätzlich werden die Armaturen unter der Hülle der Cold-Box in die Rohrleitung eingebaut. Eine spezielle Verlängerung (Isolieraufsatz) führt die Spindel und die Spindelabdichtung in den äußeren Bereich der Hülle. Damit wird ein Vereisen der Spindelabdichtung verhindert. Zudem befinden sich damit auch die Betätigungselemente der Armaturen außerhalb des tiefkalten Bereichs und können ohne Einschränkung genutzt werden. Die Länge des Isolieraufsatzes ist sehr von der Position und Einbaulage der Armatur abhängig und kann daher in den unterschiedlichsten Längen hergestellt werden. Um eine Abdichtung auch zwischen der Durchführung der Cold-Box Hülle und der Armaturen zu ermöglichen, werden diese Armaturen oft mit einem Befestigungsring unterhalb der Betätigung ausgestattet. Dieser Ring ermöglicht die Montage einer flexiblen Abdichtung zur Cold-Box.
Zusätzlich ist bei dem Einsatz der Armaturen mit Sauerstoff eine Reinigung aller medienberührten Armaturenteile extrem wichtig. Durch die Luftzerlegung gewonnener gasförmiger und flüssiger Sauerstoff selbst ist nicht brennbar, kann aber mit den meisten Werkstoffen und organischen Stoffen reagieren. Bei einer Sauerstoffkonzentration von über 21 Prozent besteht bereits ein erhöhtes Brandrisiko. Klaus Union hat zusammen mit Kunden daher eine spezielle Reinigungsprozedur entwickelt, um einen höchstmöglichen Reinigungsgrad der Armaturen zu garantieren. Aufgrund kundenspezifischer Anforderung, den Medienkontakt mit nicht metallischen Werkstoffen weitgehend zu vermeiden, wird von Klaus Union auch eine spezielle Lösung mit Faltenbalg als Primärabdichtung und verschweißtem Gehäuse/Gehäuseoberteil angeboten.

Weitere Artikel zu:
Verwandte Themen
Druckminderer für Standardanwendungen weiter
Neues Wechselventil erhöht Anlagenverfügbarkeit weiter
Rückschlagklappen nach TA Luft mit Hebel und Gewicht weiter
Passgenaue Absperrklappen für PE/PP-Rohrleitungssysteme weiter
Wasserfluss ohne Klappenschläge weiter
Erstes Regelventil mit integrierter Ultraschallmesstechnik weiter